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Kreative Konzepte und inspirierende Beispiele.

Pop-up-Stores

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Pop-up-Store – Konzepte und Beispiele

Start-ups, junge Labels, alteingesessene Weltfirmen – sie alle setzen auf Pop-up-Stores. Aus gutem Grund. So ein Shop auf Zeit birgt viele Vorteile.

Hier sind kreative Konzepte und inspirierende Beispiele. 

Pop-up-Store – das Konzept nutzen sowohl Newcomer als auch Global Player

Pop-up Café

Pop-up-Stores sind schwer in Mode. Sie entstehen in zentralen Citylagen ebenso wie in Szenevierteln oder auch außerhalb von Innenstädten in coolen Locations wie ausgedienten Fabrikhallen oder alten Postlagern. Das Markenzeichen der Pop-up-Stores: Sie tauchen auf und sind dann nach kurzer Zeit auch schon wieder weg. Manche dieser temporären Geschäfte haben nur einen einzigen Tag geöffnet, andere bleiben mehrere Wochen, manchmal einige Monate präsent. Eine alte Verkaufsweisheit lautet: Verknappung weckt Begehrlichkeiten. Nach dem Motto: „First come, first serve“ wird durch Pop-up-Stores die Kauflust von Konsumenten gereizt, das Jagdfieber auf interessante Angebote angestachelt. Wer weiß schließlich, ob der Store morgen noch da ist. Und: Die kurzzeitigen Ladeninstallationen sind oft geheimnisumwittert, leben von der Exklusivität und wecken Neugier.

Online goes Offline

Shoppende Frau schaut in Schaufenster

Das Konzept lockt eine Klientel, die aufgeschlossen ist und im Trend sein möchte – und kann dazu beitragen, neue Kundengruppen zu erschließen. Der Marketingeffekt eines gelungenen Pop-up-Stores ist enorm. Zudem ist ein Pop-up-Store ein interessantes Experimentierfeld für Unternehmen. Mit ihm können neue Produkte oder Präsentationsideen meist ohne große Investitionen ausprobiert werden, um nach einem erfolgreichen Test innovative Serviceangebote oder Verkaufsformen in einem ersten Shop oder auch in den Hauptfilialen größerer Unternehmen zu realisieren.
Dass selbst Onlinehandel-Gigant Amazon auf Pop-up-Stores setzt, zeigt, dass Internet nicht alles kann. Kunden wünschen sich auch Waren zum Anfassen, sie mögen Events und den Kontakt mit Gleichgesinnten.

Konzepte für Pop-up-Stores: Erlebnisse schaffen

Models auf Catwalk

Ein Pop-up-Store muss dabei nicht solo daherkommen. Es können auch mehrere Konzepte kombiniert werden: als Shop-in-Shop auf Zeit zum Beispiel. Modelabels etwa setzen die aktuelle Kollektion bei Catwalk-Shows in Szene und bieten die Ware dort gleichzeitig zum Kauf an. In der integrierten Bar oder dem Café gibt's dazu Cappuccino, Cocktails und Livemusik. So erleben die Kunden zum einen nicht nur eine lebendige Präsentation, weil sie sehen, wie Hose, Rock & Co. getragen aussehen. Was deutlich aufregender ist als Kleidung, die schnurgerade auf der Stange hängt.
Zum anderen sorgt die Gastronomie für eine relaxte Atmosphäre, in der sich die Besucher mit anderen Gästen unterhalten und austauschen können. Womit gleich eine Social Area geschaffen ist. Nach dem Prinzip: shop, drink, enjoy.
Mit einem gut durchdachten Konzept und kreativen Ideen können Pop-up-Stores unabhängig von der Branche zum vollen Erfolg werden.

Pop-up-Store mieten – so geht's

Innenaufnahme eines leerstehnenden Lofts

Ein Pop-up-Store muss durchaus nicht in der Innenstadt liegen. Auch eine neue Location außerhalb kann einen großen Reiz ausüben. Wichtig ist, dass der Store sehr gut zum Konzept passt und auch von der Größe, Aufteilung, Verkehrsanbindung und nicht zuletzt den Kosten die richtige Wahl ist.
Mittlerweile existieren Plattformen, die dabei helfen, einen geeigneten Ort für einen Pop-up-Store zu finden (z.B. Gopopup, Brickspaces, Popup my brand, Popup Stores). Das hat den Vorteil, dass man sich von Spezialisten beraten lassen kann und auch einen Ansprechpartner für Kurzzeit-Mietverträge für gewerbliche Immobilien hat.
Zudem sind bei der Eröffnung eines Pop-up-Stores juristische und steuerliche Aspekte von der Gewerbeanmeldung über Ausschanklizenzen bis hin zur Haftpflichtversicherung und anfallende Steuern zu beachten.
Informationen über rechtliche Grundlagen und die erforderlichen Genehmigungen erhalten Interessierte bei den zuständigen Ordnungsämtern oder auch bei der Industrie- und Handelskammer.

Gelungene Beispiele für Pop-up-Stores von Berlin bis Bremen, von München bis Mainz. 

Marcell von Berlin, Frankfurt/Main

Lässiger Look: Im November 2018 eröffnete Modemacher Marcell von Berlin in der Hessenmetropole einen Pop-up-Store. Dort zeigt der Designer auf 600 Quadratmetern noch bis Mai 2019 auf zwei Etagen seine neuesten Entwürfe in Frankfurts nobler Fashion-Meile, der Goethestraße.

Dabei treffen in Rohbau-Ambiente noble Samtsofas auf Betonwände, Samtvorhänge auf Marmortische, Couture auf Coke. Denn eine Art Kiosk mit Schokoriegeln, Getränken und Zeitungen findet sich gleich im Eingangsbereich. Konsequent durchdacht: Angekündigt nämlich hatte der Modemacher die Eröffnung eines „Spätis“, eines typischen Berliner 24-Stunden-Kioks. Und im oberen Stockwerk stellt ein Künstlerkollektiv aus der Hauptstadt neben coolen Klamotten seine Kunst aus.

Reishunger, Bremen

Dass das Interieur nicht teuer, dafür aber höchst originell sein kann, hat das Start-up-Unternehmen Reishunger in Bremen gezeigt. Die Ausstattung ihres Pop-up-Stores wirkte simpel und edel zugleich: Die schicken Tüten mit feinen Reissorten hatten die jungen Macher im Do-it-yourself-Stil auf Holzpaletten präsentiert, von spartanischen Glühbirnen ins rechte Licht gesetzt. Eine ideale Lösung für einen Pop-up-Store: einfach aufzubauen, einfach abzubauen.

Rebelle, Hamburg

Sehr gut in einen temporären Laden passt auch Designermode im Vintagestil. Das hat die Online-Plattform Rebelle in der Hansestadt bewiesen. Zwei Monate war das Label mit seinem Edel-Second-Hand-Online-Sortiment von Chanel bis Prada an bester Adresse präsent: am Neuen Wall – ein belebender Kontrast zu den Flagship-Stores internationaler Luxusmarken. Guter Coup: Zur Eröffnungsfeier kamen Schauspieler, Models, Modeblogger. Und für Abwechslung in den beiden Monaten sorgten Talkrunden, Vernissagen und Yoga-Sessions mit Musik.

Amazon, Berlin

Auch Online-Gigant Amazon verzahnt Internet- und stationären Handel und lud zum Beispiel im Dezember 2018 in seinen „Home of Christmas“-Store am Berliner Ku’damm ein. In dem Pop-up-Store gab es Ware zum Berühren: Besucher konnte diverse Produkte vom Spielzeug bis zur Unterhaltungselektronik testen, sich von Geschenkexperten in Sachen Weihnachtspräsente beraten lassen und an Workshops teilnehmen. Gekauft werden konnte dort allerdings nichts: Das wurde über die App abgewickelt. Dafür wartete das Unternehmen jeden Tag mit neuen Erlebnissen für die Kunden auf. So zeigte eine Lichtshow, wie moderne Smart-Home-Vernetzung heute aussieht, Kinder probierten die neuesten Lego-Sets aus, Filmliebhaber genossen beliebte Weihnachtsklassiker.

Kokon & Münchner Buchmacher, München

Für nur zwei Wochen kehrte im Herbst vergangenen Jahres das Unternehmen Kokon nach München zurück, nachdem das beliebte Geschäft 2016 nach fast 30 Jahren im Lenbach-Palais geschlossen worden war. In Haidhausen präsentierte das Label seine Interieurprodukte in einem Pop-up-Store: Textilien, Accessoires, Outdoormöbel aus Naturmaterialien – und machte Werbung für seine neue Dependance.

Die Münchner Buchmacher, sieben kleine, unabhängige Verlage, hingegen haben im Dezember im Herzen der Stadt im Rathausgebäude einen Kurzzeitladen mit rund 200 Büchern eröffnet. Sie können ihn als Interim bis Ende März nutzen. So wird Geschäfte-Leerstand vermieden, die City belebt.

"Stadtgrün" & "Stadtbunt", Köln/Frankfurt am Main

Auch eine große deutsche Baumarktkette setzt auf Pop-up. Erst hieß es in Köln „Stadtgrün“ mit Gartenzubehör, Pflanzen und Erde in genau der Menge, die der Kunde benötigt: Er konnte sie sich selbst abfüllen. Dann lautete bis Ende 2018 das Motto in Frankfurts Einkaufszentrum MyZeil: „Stadtbunt“. Zielgruppe war das urbane Publikum, insbesondere die Klientel zwischen 25 und 35 Jahren mit Lust aufs Heimwerken. Keine übervollen Baumarktregale erwarteten dort die Besucher, sondern ein Geschäft im minimalistischen Design mit viel Farbe. In Bastelecken und bei Workshops legten Kunde gleich selbst Hand an. Das Unternehmen ist überzeugt: Junge Leute möchten Dinge selber machen, allerdings fehlt ihnen dazu häufig das Know-how. Genau diese Lücke füllte die Aktion. Beabsichtigter Nebeneffekt: Die Firma fühlte in den beiden Pop-up-Stores in entspanntem Ambiente den Bedürfnissen und Wünschen der Kunden durch den direkten Austausch auf den Zahn.

Weinbar Laurenz, Mainz

Einen einzigen Abend nur haben die Verantwortlichen der Weinbar Laurenz in Mainz einen ehemaligen Copyshop in eine angesagte Bar verwandelt. Viel brauchte es dafür nicht: Die Theke bestand aus leeren Kisten, dazu ein paar Kühlschränke und natürlich Livemusik. Das Konzept: Abende mit Wein und Musik in unregelmäßigen Abständen an unterschiedlichen, stets außergewöhnlichen Orten zu veranstalten.