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Im Beachvolleyball ist jedes Team seines Glückes Schmied

Die Beachvolleyballer des Zurich Sports Team im Interview

Alex Walkenhorst und Sven Winter

Die Beachvolleyballer des Zurich Sports Team

Links Alexander Walkenhorst (30), rechts Sven Winter (20)

Beachvolleyballer Sven Winter (20) ist seit Gründung des Zurich Sports Teams dabei – nun ist auch sein Partner Alexander Walkenhorst (30) zum Team dazu gestoßen. Im Interview mit Zurich Sports erzählen die beiden über ihre Ambitionen, Erfahrungen und ihren Trainingsalltag.

Ihr beiden spielt seit 2017 miteinander – wie habt ihr euch eigentlich als Team zusammengefunden?

Alex: 2017 hat sich mein damaliger Teampartner verletzt und fiel für längere Zeit aus. Da wurde mir Sven sozusagen ans Herz gelegt, und wir waren uns auch schnell einig, es miteinander zu versuchen. Bei der Deutschland Tour 2017 haben wir auf Anhieb den 3. Platz in einem richtig gut besetzten Turnier erreicht und bei der World Tour 2018 haben wir Bronze geholt! Allerdings verlief die Deutsche Meisterschaft letztes Jahr für uns enttäuschend, da sind wir leider im Viertelfinale ausgeschieden.

Olympia ist doch sicher für euch ein Traum - könnt ihr schon sagen, ob ihr bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio dabei sein werdet?

Alex: Das lässt sich ganz schwer sagen – es ist brutal schwierig, sich für Olympia zu qualifizieren. Die ersten 15 Teams kommen über die Weltrangliste rein, da haben wir keine Chance – die Konkurrenz aus Europa, USA und Brasilien ist sehr, sehr stark. Die restlichen Startplätze werden über einen kontinentalen Wettkampf vergeben. Hierfür wollen wir im Mai 2020 in Topform sein, um unseren Traum zu verwirklichen. Wenn wir bis dahin keine großen Rückschläge erleiden, sprechen wir definitiv ein Wörtchen um die Startplätze mit.

Wie sieht eigentlich der Alltag eines Beachvolleyball-Spielers aus?

Unser Trainingsalltag ist: Morgens Balltraining mit anderen Trainingspartnern, Kraft-, Schnelligkeits- und Konzentrationstraining sowie Physiotherapie. Im Sommer machen wir mehr Balltraining, im Winter mehr Kraft und Schnelligkeit. Insgesamt machen wir 20-22 Stunden Sport pro Woche, dazu kommen noch Turniere und die Reisen dorthin. Für Privatleben bleibt da nicht mehr viel Zeit.

…und fürs Berufsleben?

Sven: Ich studiere Wirtschaftsingenieur, allerdings nicht im normalen Vollzeitstudium, weil ich dazu nicht die Zeit habe. Im Winter geht das schon eher, aber im Sommer haben wir viele Trainingslager und Turniere – den Stoff muss ich dann nacharbeiten.

Alex: Das mit dem Studium habe ich auch mal versucht, es aber dann an den Nagel gehängt. Ich will mich später selbständig machen und meine persönlichen Skills nutzen, die ich im Sport erworben habe.

Kann man vom Beachvolleyball eigentlich leben?

Nein, nur von Preisgeldern kann man nicht leben. Wir sind um jeden Support dankbar, vor allem durch Sponsoren wie Zurich, aber auch durch Trainer, die uns helfen. Nur so können wir unseren Sport mit Ruhe und Leidenschaft verfolgen.

Was sind eure Stärken und Schwächen?

Sven: Wir sind ein Team, das auf dem Platz über Kraft und Power rüberkommt, das ist schon spektakulär anzusehen. Da besteht natürlich immer die Gefahr, dass man irgendwann zu viele Fehler macht.

Alex: Dabei sind wir ganz unterschiedliche Charaktere, ich bin mehr der Stratege, während Sven der junge Wilde ist – immerhin ist er 10 Jahre jünger als ich. Er arbeitet eher mit Wille und Kraft.

Alex, du hast eine sehr erfolgreiche Schwester, die 2016 in Rio im Beachvolleyball Gold gewonnen hat. Ist es ein Fluch oder ein Segen, so eine Schwester zu haben?

Alex: Das ist definitiv ein Segen – der Name bringt mir, offen gesagt, einigen Marktwert. Im Moment pausiert Kira; sie will aber wiederkommen und hat den Ehrgeiz, auch wieder in der Weltspitze zu spielen.

Wie seid ihr eigentlich zum Beachvolleyball gekommen?

Sven: Wie die meisten Beachvolleyballer auch: Über das „normale“ Volleyball. Ich habe schon als Kind Hallenvolleyball gespielt. Im Sommer sind aber die Hallen meistens zu, so dass ich irgendwann zum Beach umgestiegen und dabeigeblieben bin.

Wie geht es für euch weiter – auch über Olympia 2020 hinaus?

Alex: Beachvolleyball kann man bis Ende 30 spielen, weil es auch die Gesundheit und Fitness erlaubt – der Sand ist – im Gegensatz zum Hallenvolleyball - enorm gelenkschonend. Deshalb kann man sagen: Im Beachvolleyball ist jeder seines Glückes Schmied. Man ist zwar finanziell nicht abgesichert, macht aber eine gute Persönlichkeitsentwicklung durch. Und deshalb sehe ich für uns noch viele erfolgreiche Sportjahre voraus.